How-to: Ein Haarteil aus Echthaar richtig waschen 5/5 (8)

Seit ich Haarteile trage, bin ich morgens viel schneller fertig – das hat den einfachen Grund, weil ich für meine drölf Haare insgesamt 15 Minuten benötige. Ich spreche hier von waschen, fönen und glätten! Nicht nur deshalb liebe ich meinen Haarersatz einfach abgöttisch – wer will nicht morgens länger schlafen … Damit man jedoch lange etwas von seinen Haarteilen hat, ist eine gute und schonende Pflege notwendig. Wie ich an anderer Stelle schon schrieb, gehören dazu vor allem die richtigen Pflegeprodukte. Aber auch die Art und Weise, wie du ein Haarteil wäschst, trägt maßgeblich zu Haltbarkeit und Allgemeinzustand bei. Im Netz gibt es unzählige Videos, wie Frauen ihre Haarteile und Perücken waschen – viele sind jedoch aus meiner Sicht absolut falsch. Es macht nämlich einen Unterschied, ob man Kunsthaar oder Echthaar wäscht – sowohl bezüglich der Pflegeprodukte, als auch bezogen auf die Technik.

So wäschst du dein Haarteil richtig

Es gibt ein paar Dinge, die du griffbereit haben solltest:

  • Bürste
  • Handtuch
  • Perückenständer
  • Sulfatfreies Shampoo
  • Reichhaltiger Conditioner
  • Zip-lock Bag


Shampoonieren

Vor der Haarwäsche solltest du das Haarteil vorsichtig durchkämmen – so sind alle Knoten oder umherfliegenden Härchen entfernt. Dann positionierst du die Montur/das Cap auf deiner Hand und hältst es unter den laufenden Wasserhahn. Ich finde, das geht am besten in der Badewanne. Das Wasser sollte lauwarm oder sogar kalt sein – damit glättest du die Haarschuppen (sofern du ein Haarteil mit intakter Schuppenschicht hast). Achte darauf, dass du das Haarteil komplett durchnässt – auch von innen – und das Wasser immer in “Wuchsrichtung” darüber läuft. So bleiben die Haare schön geordnet und du vermeidest Knoten. Im Anschluss nimmst du etwas vom sulfatfreien Shampoo und verteilst es auf dem Topper. Ich fülle einen Teil des Shampoos vorher in eine kleine Plastikschale und mische es mit etwas Wasser – diese Mischung kippe ich dann gleichmäßig über das Haarteil. Dann massiere ich das Shampoo sanft in die Haare ein – auch hier: immer in Wuchsrichtung. Das Ganze wird dann wieder sorgfältig ausgespült, bis das Wasser klar abfließt.

Conditioner auftragen

Dann kommt der Conditioner an die Reihe. Hier arbeite ich mit großzügigen Mengen, denn das ist die Pflege, die für dein Haarteil überlebenswichtig ist! Den Conditioner arbeite ich in die Haarlängen ein, indem ich sie immer wieder von oben nach unten durchstreife. Aber Achtung: Niemals den Conditioner auf die Montur auftragen! Dort sind die Haare verknotet und können durch die glitschige Pflege gelöst werden. Wenn ich das Haarteil großzügig mit der Haarspülung benetzt habe, drücke ich die Haare aus und verfrachte es in ein Zip-Lock-Bag (gibt es im Supermarkt). Da lasse ich es 30-60 Minuten drin ruhen, damit die Spülung schön einwirken kann. Wer richtig viel Zeit hat, kann das auch gern länger tun. Im Anschluss musst du die Spülung sehr gründlich auswaschen – ansonsten merkst du einen fettigen Rückstand, sobald das Haarteil getrocknet ist.

Trocknen und bürsten

Nachdem du das restliche Wasser aus deinem Haarteil herausgedrückt hast, kannst du es auf ein Handtuch legen und die Haarlängen mit einer Seite des Handtuchs bedecken. Dann “presst” du die Haarlängen sanft aus – so landet die Feuchtigkeit im Handtuch, ohne dass die Haare strapaziert werden. Im Anschluss kannst du einen Sprühconditioner in die Haarlängen sprühen, damit sie sich leichter kämmen lassen. Im nächsten Schritt kannst du das Haarteil sehr vorsichtig bürsten – ich nutze dafür eine Paddle Brush. Damit arbeitest du dich sanft von unten nach oben vor und bürstest bei mit leichten Bewegungen. Auf keinen Fall solltest du stark an den Haaren ziehen! Wenn sich etwas verhakt, dann vorsichtig ausbürsten.

Trocknen und stylen

Ich lasse meine Haarteile immer auf Perückenständern lufttrocknen. Das ist die haarschonendste Methode, denn sie kommt ohne Hitze aus. Dafür eignet sich besonders der Sonntag – aber das ist natürlich komplett dir überlassen. Wenn du das Haarteil stylen möchtest, kannst du das mit Glätteisen oder Lockenstab tun, sobald die Haare komplett trocken sind. Trage aber vorher einen Hitzeschutz auf und nutze nur Stylinggeräte, die eien Gradzahl im Display angeben. Ich nutze sie wenn überhaupt bei maximal 140 Grad. Ich hoffe, meine Harwaschroutine ist dir nun etwas klarer und du kannst dein Haarteil nun ebenfalls absolut schonend waschen und pflegen. Du hast noch Fragen? Dann stell sie mir gern in den Kommentaren!

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Kommentare

  1. Ein toller Beitrag! Ich benutze nur einen einzigen Topper (von Sharon :)) und trage diesen täglich. Ich bin mir sehr unsicher, wie oft ich ihn waschen sollte. Was kannst du empfehlen?

    1. Hallo Vanessa,

      vielen Dank für dein Feedback! Es freut mich sehr, wenn meine Beiträge ein wenig helfen können. Welche Farbe hat denn dein Topper? Nach meiner Erfahrung brauchen die blonden Topper mehr Pflege (= häufigere Haarwäschen) als die dunklen. Das hat damit zu tun, dass blonde Topper natürlich wesentlich stärker behandelt werden, was die Haarsubstanz belastet. Als Faustregel würde ich Folgendes empfehlen: Wenn dein Topper müffelt oder trocken/strohig wird, dann ist es Zeit für eine Wäsche. Wenn sich der Topper einfach nur trocken anfühlt, dann kannst du auch versuchen, ihn gar nicht zu waschen, sondern nur eine Spülung/Kur aufzutragen. Probiere dich einfach mal aus, am Ende findet sowieso jeder seine eigene Topperpflege 🙂

      LG
      Julia

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